Digitale Standards und Interoperabilität in der Pflegepraxis

Die digitale Transformation der Pflegepraxis ist auf verlässliche digitale Standards und Interoperabilitätslösungen angewiesen. Standards gewährleisten, dass Daten, Prozesse und Systeme sektorenübergreifend kompatibel sind und effizient zusammenarbeiten.

Gerade in der Pflege, die stark auf vernetzte Kommunikation und reibungslose Informationsflüsse angewiesen ist, bildet Interoperabilität die Grundlage für qualitativ hochwertige, sichere und patientenorientierte Versorgungsprozesse.

Interoperabilitätsstandards wie HL7, FHIR oder IHE-Profile ermöglichen einen standardisierten Austausch pflegerelevanter Daten zwischen verschiedenen IT-Systemen – vom elektronischen Pflegebericht bis hin zu Anwendungen der Telepflege. Sie stellen sicher, dass Daten nicht isoliert bleiben, sondern sinnvoll zwischen Pflegeeinrichtungen, Kliniken, Hausärzten und weiteren Akteuren ausgetauscht werden können.

Unser Verband setzt sich aktiv dafür ein, die Einführung und Anwendung solcher Standards in der Pflegepraxis zu fördern. Nur mit verlässlichen digitalen Grundlagen können Pflegekräfte und Leistungserbringer die Chancen der Digitalisierung voll ausschöpfen und ihre Rolle in einer vernetzten Versorgungslandschaft nachhaltig stärken.

 

Pflegewissenschaftliche Nomenklaturen – Warum sie wichtig sind

Pflegewissenschaftliche Nomenklaturen bieten eine strukturierte, einheitliche Sprache für die Beschreibung pflegerischer Diagnosen, Interventionen und Ergebnisse. Sie sind unverzichtbar, um Pflegeleistungen transparent zu dokumentieren, Qualität vergleichbar zu machen und Daten systematisch auszuwerten – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

Gerade in der digitalisierten Pflegepraxis ermöglichen standardisierte Nomenklaturen die effiziente Nutzung elektronischer Dokumentationssysteme und verbessern die Interoperabilität zwischen verschiedenen Sektoren und Ländern. Damit sind sie ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer evidenzbasierten, vernetzten Pflege.

Wichtige pflegewissenschaftliche Nomenklaturen

SystemRegionBeschreibung
ICNP® (International Classification for Nursing Practice)International seit 2014Weltweit anerkannte Klassifikation für Pflegephänomene, Interventionen und Ergebnisse, entwickelt vom International Council of Nurses (ICN). Link
ENP (European Nursing care Pathways)Europa seit 1989Europäische Initiative zur Standardisierung von Pflegepfaden und klinischen Behandlungspfaden. Die Thieme RECOM GmbH ist alleiniger Lizenzgeber. Link
LEP (Leistungserfassung in der Pflege)Deutschland/Schweiz/ÖsterreichSystem zur systematischen Dokumentation und Quantifizierung pflegerischer Leistungen in verschiedenen Settings. Link
OMAHA SystemInternational seit 1975Klassifikationssystem zur strukturierten Erfassung von Pflegeleistungen und Ergebnissen im Gesundheitswesen, vor allem im Bereich der Community Health Nursing. Link
NANDA bis 2002, danach NANDA International Inc.International, die Taxonomie ist nicht mehr Hauptschwerpunkt, sondern wird durch eine Arbeitsgruppe aktualisiert.Standardisierte Taxonomie für pflegerische Diagnosen, stark verbreitet in der wissenschaftlichen Pflegepraxis weltweit. Link
NIC (Nursing Interventions Classification), korrespondiert mit NANDA und NOCInternational, eigene Taxonomie seit 1996, aktuell 4. VersionSystematische Klassifikation von Pflegeinterventionen als Ergänzung zu NANDA-I und NOC. KIS-kompatibel. Link
NOC (Nursing Outcomes Classification)International, Taxonomie seit 1996Standardisierte Beschreibung von Pflegeergebnissen; korrespondiert mit NANDA-I und NIC. Link
epaAC (PflegeAssessment Acute Care), korrespondiert mit LEPeher deutschsprachigvon ePA CC GmbH, epaCC – effiziente Pflegeanalyse: Link
Instrument zur strukturierten Erfassung und Dokumentation des Gesundheitszustands von Patienten in der Akutpflege. Es dient dazu, die Fähigkeiten und Beeinträchtigungen eines Patienten zu bewerten und daraus Handlungsempfehlungen für die Pflege abzuleiten.
epaPSYC, heißt ab sofort epaMHCeher deutschsprachigepaMHC (Mental Health Care) ist das führende Instrument für die Pflegeprozessdokumentation in der psychiatrischen Versorgung. Entwickelt von Pflegewissenschaftler:innen, vereint es fachspezifisches Wissen mit datenbasierter Analyse, um Pflegefachpersonen und Einrichtungen bei der Förderung von Selbstfürsorge und Recovery zu unterstützen. Link
ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health)InternationalDie ICF-Klassifikation, die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, ist eine Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie dient dazu, Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit zu beschreiben und zu verstehen, insbesondere im Kontext von Krankheit und Verletzung. Die ICF gliedert sich in vier Komponenten: Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Teilhabe sowie Umweltfaktoren. Link
OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel)DeutschlandAmtliche Klassifikation zum Verschlüsseln von Operationen, Prozeduren und allgemein medizinischen Maßnahmen. Link
CHOP (Schweizerische Operationsklassen)SchweizTarifwirksame Kodierkriterien. Link